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Auf dieser Seite finden Sie Informationen über den Berliner Literatur- und Kunstklub,
sowie über den jährlichen Almanach «Davor und Nachdem».
Der Literatur- und Kunstklub befindet sich in Berlin.
Der Almanach «Davor und Nachdem» wurde mit großen Mühen von einer Initiativgruppe der Emigranten aus der ehemaligen Sowjetunion gegründet. Der Name deutet auf Migration als eine Schranke hin, die das Leben in «davor» und «nachdem» teilt.
Berlin und Emigration.
Berlin war einmal ein prominentes Zentrum der russischsprachigen Migrationsliteratur.
Es scheint, dass die Stadt diese besondere Aura hat – heute ist wieder die russische Sprache auf den Straßen von Berlin zu hören, neue Fäden werden in den Stoff der Kultur eingewoben.
Ende letzten Jahrtausends, zwischen 1995-1997, ist eine kleine Gruppe von Menschen zusammengekommen – alles Emigranten der «4. Welle», die durch gleiche Ansichten, Liebe zur Kunst und vor allem zur Literatur vereint wurden.
Als Ergebnis wurde 1997 auf gemeinsame Kosten der Literaturalmanach «Davor und Nachdem» veröffentlicht.
Drei der Autoren haben die Gründung des Literatur- und Kunstklubs initiiert.
Seitdem sind viele begabte Menschen dem Klub beigetreten. Der Klub ist zu einem ausschließlichen schöpferischen Kollektiv und einer außerordentlichen Erscheinung im Literatur- und Kunstleben der russischsprachigen Emigranten Berlins geworden..
Literatur und Zeit.
Es ist nicht so einfach Emigration zu definieren. Sie ist einer Wasserscheide ähnlich, mit der Anmerkung, dass Emigration nichts mit Wasser zu tun hat. Sie ist eher eine Lebensscheide, ein Meilenstein im Schicksal.
Wobei ein gewisser Vergleich mit Wasser doch zu ziehen ist, wenn man über die Emigrationswellen aus Russland und aus der UdSSR spricht.
Da gab's noch die erste Welle, die zweite, die dritte. Immerhin für jede einzelne Person spaltet sich die Zeit in «davor» und «danach» und es hängt nicht davon ab, wie diese oder jene Welle heißt.
Es ist egal, welche von diesen Wellen uns zum Spreeufer gebracht hat, uns – die schon nicht mehr jungen Ingenieure, Ärzte, Künstler, Musiker und Mitglieder der Kunstvereine.
Die Erinnerung daran, was es «davor» gab, und die Heftigkeit der ersten Eindrücke sind zu den Zeilen der Erzählungen, Gedichte und Erinnerungen geworben.
Die Zeit und die Erfahrung der vergangenen Jahren spiegeln sich in diesen Zeilen.
Hier drängt sich ein Vierzeiler unserer Zeitgenossin auf, der großen Dichterin Anna Achmatowa:
«×òî âîéíû, ÷òî ÷óìà? Êîíåö èì âèäåí ñêîðûé,
èõ ïðèãîâîð ïî÷òè ïðîèçíåñ¸í.
Íî êòî íàñ çàùèòèò îò óæàñà, êîòîðûé
áûë áåãîì âðåìåíè êîãäà-òî íàðå÷¸í?»
Es gibt keinen Schutz vor dem Lauf der Zeit und niemand kann ihn unterbrechen.
Aber es gibt die Möglichkeit, die Erinnerung an die Ereignissen einzufangen, die die Zeit füllen und abbilden. Genau diese Ereignisse sind das Essenzielle an der Zeit und lassen die Spuren ihres Laufes sichtbar werden.
Man kann sagen, dass die Literatur und die Kunst die Zeit und ihren Lauf besonders bunt darstellen, dank ihrer Vielfalt und Bildlichkeit. Nicht nur speichern und beleben sie das Gedächtnis der Vergangenheit und halten die Augenblicke der Gegenwart fest, sondern sie wagen auch, die Zukunft vorherzusehen.